Thailand + Phuket + Mai Khao Beach = Sonne tanken

Nach Florida im Dezember 2016 und einer missglückten bzw. nicht vorhandenen Weihnachtsflucht in 2017, hat es uns in diesem Jahr auf die Halbinsel Phuket in Thailand verschlagen. Warum gerade Thailand? In erster Linie sollte es warm und bezahlbar sein. Auf Kuba war schon ein anderer Teil unserer Familie und wir wollten doch kein Weihnachten „feiern“ 😉 Also fiel das aus. Ein paar andere Ziele gab es auch noch, aber die heben wir uns dann eben für 2019 auf. Es gab einige Fragen und Hinweise, ob wir nicht Sorge vor einer erneuten Tsunami-Welle haben – Leute, nein! An anderen Orten der Welt werden wir vielleicht nicht von einer Riesenwelle erschlagen, dafür aber von einem LKW überfahren – wer weiß das schon so genau.

Vorab sei noch gesagt, dass es dieses Mal nicht nur Fotos von Tobi gibt, sondern auch das ein oder andere Handyfoto von mir – die Qualität ist sicher nicht die Gleiche, aber auf einige Schnappschüsse möchte ich hier nicht verzichten (auch wenn das dem Herren nicht ganz passt). Auch wichtig zu erwähnen ist mir, dass alles hier Geschriebene natürlich unsere ganz eigenen, subjektiven Eindrücke sind, dass es in anderen Ecken Phukets sicher ganz anders aussieht, dass man dort möglicherweise anders mit Tourismus umgeht – aber wir haben nunmal gesehen, was wir gesehen haben.

Es sollte kein reiner Relaxurlaub werden – wenn man so weit fliegt, dann möchten wir ja auch etwas von Land und Leuten sehen. Ich habe wirklich viel Zeit damit verbracht, den für uns richtigen Ort und das für uns richtige Hotel auszuwählen – meine Ansprüche sind einfach ganz schön hoch, aber wenn man sich schonmal was gönnt… Unser Hotel war ein ganz Kleines mit nur 40 Zimmern, zudem war es trotz Hochsaison nicht ausgebucht – das bescherte uns zu fast jeder Tageszeit einen menschenleeren Pool und Ruhe. Vor dem Hotel gab es Mangroven, hinter dem Hotel und mit Sicht aus dem Pool den Mai Khao Beach. Er ist der längste Strand auf Phuket und der Nördlichste und der Ruhigste – vom Fluglärm abgesehen. Warum aus der Ecke noch kein Touristengebiet wurde, weiß ich nicht, ahne aber, dass es tatsächlich am Fluglärm und den langen Fahrzeiten nach Phuket Town und generell in den Süden liegt. Dennoch wird der Strand von einigen Touristen aufgesucht und vor dem Hotel war reges Treiben mit Tuk-Tuks, die die Touristen nicht zum Baden an den Strand brachten sondern zum „Plane-Spotting“. Die Flugzeuge starten und landen direkt hinter den Strand. Es erwies sich als sehr eindrucksvoll und angsteinflößend die landenden Flugzeuge fast greifbar über den Kopf fliegen zu sehen und andererseits den Druck und die Wärme der Abhebenden zu spüren.

Und die Handyfotos:

Die Halbinsel selbst ist gar nicht so groß, bis in den Süden sind es nur gut 30km, eine Fahrt zur Rush Hour kann dann aber auch mit dem Auto gern 2h dauern, trotz 6-spuriger Fahrbahn und zusätzlichen Rollerspuren. Apropo: Roller sind wir nicht gefahren, dabei wäre das mehr als typisch. Aber auch ähnlich lebensgefährlich wie eine große Welle 😉 Auch ein Mietwagen kam für uns nicht infrage. Nicht nur der Linksverkehr, sondern auch der Verkehr im Allgemeinen schreckte uns ab und war schlimmer als auf Sizilien. Wo auch immer es für uns hinging: Taxi/Minibus, Fahrrad oder zu Fuß. Letzteres schafften wir so für 30 Minuten, danach mussten wir uns aufgrund der Wärme und Luftfeuchtigkeit geschlagen geben.

Nach der (vermeintlichen) Überwindung des Jetlags haben wir uns am 2. Tag auf eine mehr oder weniger private Inselrundfahrt begeben. Dazu wurde für 6 Stunden ein Taxi gebucht, das uns hinfuhr, wo auch immer wir hin wollten. Dazu gehörten im Prinzip natürlich die Touri Spots. Warum wir dem Fahrer nicht sagten „fahr‘ uns bitte in die beste Futtermeile“ oder „fahr‘ bitte mit uns durch ein paar ganz typische Dörfer“ erklärt sich später im Beitrag von selbst.

Phuket Old Town


Kata View Point & Windmill View Point

Big Buddha

Chalong Temple

Und die Handyfotos:

Ich habe im Vorfeld auch viel von den Nacht- und Wochenmärkten gelesen: das musste also auch sein – gesagt, getan. Natürlich war auch das mit einer Anreise von 45 Minuten verbunden. Wir hatten einen bestimmten Markt recherchiert und der Fahrer hat uns noch einen weiteren viiiiiiel Größeren empfohlen. Wir waren auf beiden. Der eine erinnerte stark an einen Polenmarkt aus den 90ern (schrieb ich das nicht letztens erst im Dubai-Blog). Es gab alles: Vögel und Hunde, Schlüpfer und Socken, Gutschitaschen und Neikschuhe, aber auch einiges an Essen. Tobi hat sich da die ein oder andere Delikatesse gegönnt. Der andere Markt entsprach eher einer kleinen Version eines hippen Berliner Marktes und auch dort wurde noch etwas rumprobiert.

Unser bester Ausflug, ich kann es selbst kaum glauben, war eine Radtour. Ich habe die eigentlich nur Tobi zuliebe gebucht – erinnere mich aber daran zurück, dass ich lächelnd auf diesem Rad saß. Wir hatten das Glück, dass nur ein weiteres Paar aus Indien mit uns und dem Tourguide unterwegs war. Der Guide sagt er war auch schon mit 17 Leuten unterwegs. Wir machten uns auf zu fast 20km bergauf (schiebend), bergab, Gelände, Straße. An interessanten Stellen hielten wir und der Guide erzählte uns, was wir wissen mussten. Zum Beispiel über den Anbau der Kautschukbäume und die entsprechende Ernte, über die heimischen Früchte, Flora und Fauna. Wir trafen unterwegs einen Bauern und machten einen längeren Halt im Nationalpark mit Gibbon-Rescue-Projekt und einem Aufstieg zum Bang Tae Wasserfall. Eine wirklich gelungene Tour durch Gegenden, in die wir sonst natürlich nie gekommen wären. 

Und die Handyfotos:

Unser letzter Ausflug ging in ein Elefanten-Schutzzentrum. Ich habe vor der Abreise viel hin- und herüberlegt, ob wir das machen sollten, auch weil es ein ganz schön kostspieliger Ausflug war. Letztendlich war es aber doch schnell gebucht und ich voller Vorfreude. Während unseres Aufenthalts haben wir bereits die ersten Elefanten in Gefangenschaft gesehen. Sie werden in Thailand und auch anderen asiatischen Ländern gern als Touristenbespaßung missbraucht, am bekanntesten ist das Elefantenreiten. In mehreren Schutzzentren auf Phuket werden gerettete Elefanten medizinisch versorgt und sollen in ihrem natürlichen Lebenraums leben. Nunja … wenn man nun aber mit 25 anderen Touristen in so eine Auffangstation fährt und dort ein zweistündiges Programm vorgesetzt bekommt, ist das dann nicht auch eine Art Missbrauch?! Ich bin nach wie vor unschlüssig. Das Programm sah nach einer Einführung die Fütterung der Elefanten vor, anschließend ein Schlammbad, ein Bad im Swimming-Pool und die Dusche. Die Elefanten immer umgeben von ihren Pflegern und den knapp 30 Touristen im Morgenprogramm. Es finden täglich jeweils 2 Touren statt! Für uns war vor Ort ganz schnell klar: Bei Schlammbad und Swimming-Pool sind wir raus. Dass ich letztendlich mit Valentin unter der Dusche stand, lag wohl daran, dass ich fasziniert dem Pfleger zuschaute und er mir dann einfach eine Bürste in die Hand drückte, während alle anderen noch im Schlammbad beschäftigt waren.  Es war ein unglaubliches Gefühl den Elefanten so nah zu sein – aber ob das nun in der Form so eines Ausflugs sein muss … wir überlassen es mal jedem selbst.  


Und die Handyfotos:

 

Was bleibt noch zu sagen: Wir hatten eine erholsame und vor allem warme Zeit, wir wurden zu jeder Zeit gut verköstigt. Selbst das Flugzeugessen war gut und nach dem Rückflug kam dann noch das Gefühl auf, als hätten wir Weihnachten mit zu viel Essen verbracht 😉 

Thailand ist in keinster Weise vergleichbar mit Mitteleuropa – muss und es soll es aber auch nicht. Die Leute wirken total entspannt. Das führt aber auch dazu, dass auch der Service (z.B. in der Gastro) eher mäßig gut war. Zu sehen wie Thailänder hier leben, war auch irgendwie erschreckend. Die meisten Wohnhäuser waren sehr runtergekommen und vermüllt. Ich würde sagen, in Deutschland versteckt man seinen Kram in einem Zimmer oder im Keller, also „Außen hui, innen pfui.“ In Thailand ist es wohl andersrum, denn dort liegt allerhand Krempel, Schrott und Müll einfach direkt vor der Haustür. Ich könnte mir vorstellen, das hat letztendlich auch etwas mit dieser lockeren Lebensart zu tun. Sehr schlimm war auch der viele Plastikmüll und ich bin mir nun sicher: das Plastikproblem ist hausgemacht und liegt eher nicht an den Touristen.

Handyfotos:


Unser größtes „Problem“ war die Verständigung. Natürlich sind wir Gast in deren Land und ich setze nicht voraus, dass dort jeder Englisch spricht. Aber es ist schade drum, denn wir hatten so viele Fragen, konnten sie aber niemandem stellen. Nur den Guide bei der Radtour konnten wir gefühlt alles fragen.

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