Einmal über den großen Teich – unser Florida Road Trip

Dieser Blog-Eintrag ist etwas länger … na gut, deutlich länger und ausführlicher als jeder andere Eintrag hier. Wer sich nur oder mehr für die Bilder interessiert, darf gern zu den entsprechenden Galerien scrollen. In den Panoramabildern könnt ihr euch horizontal „bewegen“, indem ihr einfach die Maus auf dem Bild nach links oder rechts bewegt.

Weihnachten in der Sonne – das machen wir jetzt schon das dritte Jahr in Folge. Nach Gran Canaria (das mir persönlich noch zu kalt war) und Ägypten (das uns beide nicht umgehauen hat), waren ursprünglich mal die Kapverden geplant, weil es für uns eine noch annehmbare Fluglänge wäre. Um die sechs Stunden, das sollte es maximal sein. Die Reisepreise zu Weihnachten sind allerdings Wahnsinn und dann habe ich doch mal weltweit geschaut, wo es uns hin verschlagen könnte. Ich habe schnell festgestellt, dass die Preise für die Dominikanische Republik, Kuba und Florida ähnlich sind. Nach ein bisschen recherchieren, habe ich mich auf Florida festgelegt: per Direktflug zu erreichen, etwa 24° C zur Reisezeit, weiße Strände – klingt ganz fair 😉 Bei der Reisevorbereitung war mir der Blog von Katrin eine Hilfe und Inspiration.
Wir mussten leider länger auf das Buchen der Flüge warten. Dezember und Januar sind Hochsaison in Florida. Zu Weihnachten ein bezahlbares Hotel zu bekommen, machte das Ganze nicht einfacher. So war das „Weihnachts- und Geburtstagshotel“ der Startpunkt für alles: ich habe ein bezahlbares Hotel in Strandnähe gesucht. Um dieses Hotel habe ich dann alles Weitere rundherum aufgebaut.

 

1. Tag: Flug Berlin Tegel → Miami → Florida City

Unsere Reise begann mit dem Abflug um 9:15 von Berlin Tegel mit Air Berlin. Wir sind beide Schisser und sind auch nicht davon ausgegangen, so schnell zu einem so langem Flug zu kommen – wir werden mutiger. Ich gestehe aber: eine Tavor habe ich vor Abflug genommen. Der 11h-Flug war super, man kann es nicht anders sagen. Ja, in der Holzklasse ist es eng und irgendwann weiß man nicht mehr, wie man sitzen soll, das Essen ist „ok“ und das Filmangebot im Flieger solala. Aber der Service war sehr gut und der Flug ganz ruhig. Lediglich kurz vor der Landung war es etwas wackeliger, aber alles im Rahmen. Wegen der Zeitverschiebung landeten wir um 14:30 Uhr in Miami. Den Mietwagen hatten wir zu 16 Uhr reserviert. Tatsächlich sollte es so lange dauern, bis wir es an den entsprechenden Schalter geschafft hatten. Nach dem Ausstieg sind wir ewig lang durch das Flughafengebäude gelaufen bis wir bei der automatischen Passkontrolle ankamen: Bestätigen, dass wir sind, wer wir sind, nicht böse sind, Pass auflegen, Fingerabdrücke, Foto machen und dann kommt ein Scheinchen aus dem Automaten. Nach welchen Gesetzen der Logik es auch gehen mag, es gibt Scheinchen mit einem großen Kreuz drauf und welche ohne. Ohne heißt, in der nächsten Schlange links abbiegen, Stempel abholen, fertig. Mit Kreuz heißt, rechts abbiegen, erneut in eine Schlange einreihen, erneut einem Menschen den Pass vorlegen, Foto machen, Fingerabdrücke geben, beantworten, was man in Amerika tun wird. Einmal raten, wie unsere Scheinchen wohl aussahen? 😉 Dann also zum Autoverleiher. Ein nicht viel kürzerer Weg, aber wir hatten ja auch lange genug gesessen. Ein Nissan wurde es. Mir egal, Hauptsache das Auto fährt. Erstaunlicherweise hat sich Tobi direkt bereit erklärt zum Hotel zu fahren. Das erste Hotel lag ca. 50km südlich von Miami und war eine gute Ausgangslage für den nächsten Tag.

Ein Walmart war laut Google Maps in fußläufiger Nähe und wir wollten uns einen Snack holen, bevor es ins Bett ging. Nun ja, uns trennte unter anderem eine 8-spurige Straße und eine Autobahnauffahrt von Walmart. Wir hatten keine Chance ohne Auto (lebend) dorthin zu kommen. Es blieb also nur eine bekannte Fast Food Kette direkt neben unserem Hotel. Gegen 20 Uhr fielen wir ins Bett – immerhin schon 2 Uhr morgens nach deutscher Zeit.

Erkenntnisse des Tages:
(1) Fliegen ist gar nicht so schlimm.
(2) Fußwege – völlig überbewertet?!

2. Tag: Florida City → Bahia Honda State Park → Key West → Florida City

20 Uhr ins Bett heißt: vor dem Morgengrauen die Augen öffnen. Bloß gut, Frühstück gab es schon halb 7. Schon kurz nach 8 sind wir zu den Florida Keys aufgebrochen. Bei meiner Recherche vorab dachte ich anfangs, dass wäre nur ein Inselstrich auf der Karte – nicht ganz: 180 km und 42 Brücken führen über den Highway US-1 vom Festland in eine Filmkulisse. Dass es am Ende des Tages so schön werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Unser erstes Ziel war der Bahia Honda State Park. Die Fahrt war sehr entspannt. Wahrscheinlich auch weil es Sonntags und relativ früh war. Was uns aber auffiel: die Autos sind hier alles andere als klein. So langsam verstand ich, warum ich beim Autovermieter keinen Kleinwagen auswählen konnte. Wir wanderten eine Weile im Park umher, schossen zig Bilder von der alten Brücke und legten uns letztendlich noch für eine Weile an den Strand.

Making-of zum 1. Bild

Der Tag war noch jung und weiter ging es nach Key West, dem Ende oder auch Anfang des US-1. Es war wie das Eintauchen in eine andere Welt. Man liest oft, je südlicher man kommt, umso karibischer wird es. Da wir noch nie in der Karibik waren, nehmen wir das mal so hin. Es fühlte sich irgendwie unbeschwert an. Es waren viele Touristen unterwegs, ein Kreuzfahrtschiff lag im Hafen. Wir schlenderten auch hier durch die Straßen und am Hafen entlang bevor wir uns auf den Rückweg machten. In einem der zahlreichen Blogs, die ich vor dem Urlaub gelesen habe, war auch die Rede von Rehen auf einer der zahlreichen Inseln. Und auch wir sahen auch entsprechende Warnschilder an der Straße, aber zunächst keine Rehe. In einem der Orte sind wir mal vom Highway abgebogen, weil ich mal sehen wollte, wie man da so wohnt – und da standen sie. Beim ersten Klick der Kamera, nahm eines der Rehe direkt eine Modelpose ein.

Erkenntnisse des Tages:
(1) Keine Wurst und kein Käse zum Frühstück, dafür Waffeln und Muffins.
(2) Kleinwagen gibt’s hier scheinbar nicht.
(3) Motorrad fährt man hier am liebsten ohne Helm.

3. Tag: Florida City → Everglades → Naples

Nach dem Frühstück (das nicht viel später als am Vortag stattfand) machten wir uns auf zu unserem nächsten Stopp. Die Stadt Naples sollte es nach einer Fahrt durch die Everglades werden. Wir freuten uns schon sehr darauf Alligatoren zu sehen. Aus verschiedenen Gründen entschied ich für uns gegen eine Airboot-Tour, auch wenn das dem Herren zunächst nicht in den Kram passte. Ich suchte uns dafür ein paar Stopps entlang des Highways raus und hoffte damit unsere Gier nach Alligatoren-Sichtung zu stillen. An der Strecke selbst gab es eine Menge Anbieter für Airboot-Touren und Alligatoren-Shows – wir sind an allen vorbei gedüst. Je zentraler wir in die Everglades kamen umso öfter hörte ich: „Oh, da, krassi, ein Alligator .. da! Noch einer!… Und ’ne Schildi…!“ Ich, als Fahrerin, konzentrierte mich darauf keine Alligatoren, Schildkröten oder Schlangen zu überfahren, was offenbar nicht jedem Fahrer hier gelang. Im Big Cypress Oasis Visitor Center hat man uns nicht nur ein paar Trails empfohlen, sondern wir waren auch direkt am ersten Trail mit zig Alligatoren. Krass! Das sind schon sehr eindrucksvolle Tiere! Und tatsächlich musste ich, kurz nach dem Fortsetzen der Fahrt für einen kleinen Alligator, der es sich auf der Straße gemütlich gemacht hatte, bremsen.

Bei Ankunft im Hotel sagte uns der nette Herr etwas über die Umgebung, sagte uns, wo es zum Strand geht in (nur) 1km Entfernung und wo wir dort Parken könnten. …1km? Parken? Nicht mit uns… Wir haben uns in der Umgebung etwas zu Essen gesucht und sind zum Strand gelaufen. Wieder einmal haben wir mit Erschrecken festgestellt, dass es keine Gehwege gibt. Deshalb macht man hier wohl (fast) alles mit dem Auto. Man sieht auch kaum jemanden – ab & zu mal ein Jogger oder jemand, der mit dem Hund spazieren geht.

Wir kamen genau rechtzeitig am Strand an um uns den Sonnenuntergang mit vielen anderen gemeinsam anzuschauen. Sogar ein Delfin zeigte sich. Klingt kitschig – war es auch. Nach Sonnenuntergang kamen die Sandflöhe, vor denen ich eigentlich gewarnt wurde – es ist mir erst wieder eingefallen, als sie sich bereits verbissen hatten.

Erkenntnisse des Tages:
(1) Das erste Mal getankt und an alte Zeiten in Deutschland zurück erinnert: ein voller 50l-Tank für ca. 25€.
(2) Sandflöhe? Noch nie davon gehört…

4. Tag: Naples

Nach dem Frühstück sind wir ins Zentrum gelaufen, wenn man das so nennen kann, denn so richtige Stadtkerne, wie in deutschen Städten gab es hier bisher auf unserer Reise nicht. Das zu sehen reichte uns nicht und wir liefen zu einem anderen Strandabschnitt mit Pier. Kurz nach 12 waren wir nach über 17.000 Schritten bereits zurück im Hotel und verbrachten den Rest des Tages am Pool, mit Bier, Wein, den ersten Worten für diesen Blog und Uni-Lese-Kram.

 

5. Tag: Naples → Fort Myers

Weiter ging es nach Fort Myers. Beginnen wollten wir den Tag mit richtig krassem Programm: ein Outlet Center! 😉 Und man mag es kaum glauben, der Herr hat sich eine Winterjacke gekauft – im sonnigen Florida. Naja, es war auch gar nicht sonnig, sondern total bewölkt. Weiter auf der Route lag das Six Mile Cypress Slough Preserve. Ein empfohlener und auf Tripadvisor gut empfohlener Rundgang. Vermutlich war es dem bewölkten Himmel geschuldet, aber es war ganz schön langweilig, denn außer ein paar gefiederten Tieren, war kaum etwas zu sehen. Hinzu kam – und das war noch viel schlimmer – dass Tobis heißgeliebtes Nikon 70-200mm VRII offenbar den Geist aufgeben hat. Im Hotel musste das erstmal recherchiert werden, der Tag war im Eimer. Nur das letzte bisschen Sonne und ein Bierchen konnten Tobi noch etwas aufheitern. (Nachtrag: Jetzt, wo ich ihm den Blog vorlese sagt er, er wäre gar nicht so traurig gewesen – wer ihn kennt, weiß, dass er seeeeeeehr traurig war und ist!)

Erkenntnis des Tages:
Wintersachen in Florida kaufen ✅

6. Tag: Fort Myers → Sanibel Island → Fort Myers

Die erste Tat am Morgen: doch noch mal nachschauen, ob das Objektiv immer noch kaputt ist … ist es, aber der Beach ruft. Um genau zu sein: Sanibel Island. Wenn man das googelt, findet man ganz viele Muschelstrände – das schreit förmlich nach Fotos. Ich habe vorab gelesen, dass die Radwege auf der Insel super ausgebaut sind, also konnten wir uns Räder leihen. Jeder, der mich kennt, weiß, dass Radfahren jetzt nicht so meine Lieblingsbeschäftigung ist, aber irgendwie dachte ich mir, das wäre cool. Also zunächst die Brücke auf die Insel passiert – 6$ Maut! Ist scheinbar eine Art Eintrittspreis. Und dann zum Radverleih. Wir haben gut 40km runtergejuckelt. WOW! Und mein Hintern tut 2 Tage später immer noch weh. Die Muschelstrände waren übrigens nicht so, wie man sie auf all den Bildern gesehen und erwartet hat. Aber schön war es trotzdem.

Erkenntnis des Tages:
Radfahren wird weiterhin nicht mein liebstes Hobby.

 

7. Tag: Fort Myers → Fort Pierce

Mit erstaunlich wenig Schmerzen sind wir in den neuen Tag gestartet. Jetzt hieß es einmal von West nach Ost quer durch Florida. Auf dem Weg hatten wir uns zwei Reservate rausgesucht, die wir uns anschauen wollten. Beim ersten konnten wir wegen der semiguten Parkautomaten die Gebühren leider nicht zahlen, das zweite war geschlossen. Nichtsdestotrotz hatten wir eine schöne Fahrt nach Fort Pierce, wo wir lediglich noch unser Essen und die Getränke für die nächsten Tage besorgten und danach noch am Pool chillten.

Erkenntnis des Tages:
Chillen ✅

8. Tag: Fort Pierce 

Nach dem Frühstück sind wir nach Downtown Fort Pierce gefahren. Dort gab es wie jeden Samstag einen Farmers und Craft Market mit Livemusik. Wir schlenderten am Wasser entlang bevor wir weiter fuhren an das „richtige“ Meer, dort haben wir die Fischer beobachtet, danach noch ein Käffchen geschlürft und haben den Rest des Nachmittags dann wieder am Pool relaxt.

Erkenntnis des Tages:
Nicht nur in den amerikanischen Supermärkten, auch auf dem Farmers Market gab es glutenfreies Essen!

9. Tag: Fort Pierce 

Bevor es in die Großstadt und den Trubel ging, gönnten wir uns noch mal einen ganzen Tag Auszeit am Pool des Hotels. Am Meer liegen war wegen dem Wind leider nahezu unmöglich. Aber wir hatten den Pool ganz für uns alleine, das war ziemlich cool. Am Nachmittag wollten wir doch nochmal raus und sind an das Pier vom Vortag. Dort goss es in Strömen – während es am Hotelpool trocken blieb.

Erkenntnis des Tages:
Der Aluhelm-Award goes to … Henry aus New Jersey: holländischer Immigrant auf den Spuren des Ku-Klux-Klan. Er sagte uns, wir sollen doch bitte vorsichtig in Miami sein. Es ist alles nicht mehr so wie vor 20 Jahren. „Und, wann warst du das letzte in Miami?“ – „Na vor 20 Jahren … aber Freunde haben mir erzählt…“ ?

10. Tag: Fort Pierce → Miami Beach

Auf nach Miami Beach! Das Auto wollten wir wieder am Flughafen abgeben, weil die Straßen wie in jeder Großstadt einfach nur verstopft und die Parkpreise hier enorm sind (ca. 40-50$/24h). Die Fahrt dauerte gut zwei Stunden. Weil es auf der Fahrt (eigentlich) wenig zu navigieren gab, fuhr ich selbst. (Ich bin einfach der bessere Navigator und war deshalb in dichterem Gebiet bzw. Städten nur Beifahrer.) Das sollte sich auch hier wieder als richtig erweisen, denn schon bei der Autobahnauffahrt schrie Tobi, unser Nachwuchs-Kolumbus, „WIR MÜSSEN RECHTS, RECHTS, RECHTS!“ Und zwar so laut, als hätte er Amerika entdeckt … schon wieder. Ich habe mich davon gar nicht beirren lassen, ich kann nämlich auch Schilder lesen.
Je näher wir Miami kamen, umso konfuser wurde die Straßenführung, spuren führten links von der Autobahn ab. Den Höhepunkt erreichten wir allerdings am Flughafen, herrje, hab ich geschwitzt, ich bin drei Jahre gealtert. Kolumbus neben mir hatte allerdings dieses Mal alles unter Kontrolle. (Das muss der Papagei auf seiner Schulter gemanaged haben.)
Mit dem Bus ging es dann nach Miami Beach zu unserem Hotel. Wir durften schon kurz nach 12 einchecken. Hätten wir gewusst, was uns erwartet, hätten wir gar nicht eingecheckt. Wir sind ins Zimmer und mussten erstmal unters Bett schauen, ob da nicht jemand vergessen wurde. Man, hat das gemüffelt, nach Schimmel, feuchtem Keller oder auch verwesenden Extremitäten. Naja gut, man könnte ja einfach das Fenster öffnen .. „könnte“ eben – ging nämlich nicht. Vermutlich ist unser Vorgänger daran auch verzweifelt. Ich dachte dann, es könnte an der Klimaanlage liegen. Also haben wir die ausgemacht und sind erstmal zum Beach (auch auf der Suche nach ihm). Aus dem kurzen Spaziergang wurde ein langer (mit falschem Schuhwerk) und sehenswerter. Auf dem Rückweg gab es wahnsinnig leckere Burger zum Abendbrot.

Als wir zurück kamen wurden wir wieder vom beißendem Geruch des Zimmers (oder den Überbleibseln in ihm) erschlagen. Das ging so nicht. Unser teuerstes Hotel, der ganzen Reise. Wir sind also zur Rezeption und ohne Probleme haben wir ein neues Zimmer bekommen. Sie interessierte sich gar nicht wirklich dafür, was los war. Wir hatten nun das selbe Zimmer eine Etage tiefer. Zunächst roch es auch hier nach alten Socken, aber immerhin konnte man hier Balkontüren öffnen. Gut, dass die Mülltonnen direkt drunter standen, das sorgte für eine andere fruchtige Würze in unserem Zimmer. (Die wurden aber kurze Zeit später abgeholt.) Später am Abend sind wir noch einmal an den Strand.

Erkenntnis des Tages:
Teures Zimmer kann ganz schön stinken!

 

11. Tag: Miami Downtown & Wynwood

… begann so wie er aufgehört hat: unser super Zimmer forderte uns heraus … mit einem verstopften Klo. Na gut, kann ja mal passieren. Nach dem „großartigen“ Frühstück haben wir an der Rezeption Bescheid gesagt und sind dann mit dem Bus nach Downtown Miami gefahren. Busfahren finde ich etwas tricky. Das Netz scheint ganz gut ausgebaut zu sein, aber im Bus selbst, weiß man nicht, welche die nächste Haltestelle ist – ziemlich schwierig als Tourist. Dank Google Maps und der Tracking Funktion haben wir das aber hinbekommen. In Downton Miami fährt der/die/das … the Metromover. Ein Schienenbusdingens, kostenlos und auf einer erhöhten Fahrbahn. Man hat hier also einen super Ausblick. Wir sind damit also von Norden nach Süden gefahren, dort im Financial District ausgestiegen und haben unsere Erkundung mal wieder zu Fuß fortgesetzt ehe wir wieder zum Ausgangspunkt zurück sind.

Von dort haben wir uns dann in einen Bus Richtung Wynwood gesetzt um dort durch den Wynwood Art District geschlendert. Was in Downtown Miami gar nicht auffiel, hier aber schon: ziemlich viele Touristen unterwegs.

Zurück nach South Beach ging es in einem völlig überfüllten Bus, bei dem scheinbar die Klima nicht funktionierte, wir aber dafür in der brütenden Sonne im Stau standen. Wir nutzten die nächstbeste Chance den Bus zu verlassen und liefen den Rest und waren sogar schneller als der Bus. Darauf gönnten wir uns erneut Burger und einen Abschluss am Strand.

Erkenntnis des Tages:
Wenn die kommenden Busstationen im Bus nicht angezeigt werden, kann das ganz schön nervig werden.

12. Tag: Miami Beach

Unser letzter (richtiger) Tag in Miami Beach. Wir wollten ganz ruhig machen und sind ohne Frühstück los. Eine halbe Stunde vor Frühstücksende gab es nämlich nur noch Reste. Wir sind durch die größte Einkaufsstraße, Lincoln Road Mall, gelaufen, haben nichts geshoppt. Weil der alte mitreisende Mann mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, setzten wir uns in einen Bus, der uns nach North Miami Beach fuhr. Dort spazierte ich am Strand entlang während Kolumbus (inzwischen mit Holzbein) hinterher hinkte.

Erkenntnis des Tages:
Der alte Mann muss zum Arzt!

13. Tag: Miami Beach → Berlin

… und letzter Tag. Und obwohl wir eine tolle Reise hatten, freuten wir uns auch wieder auf zu Hause. Dies sollte der einzige Tag sein, an dem der Wecker gestellt wurde – auf 5 Uhr! Wir wollten zeitiger wach sein um später im Flieger schlafen zu können und so bestenfalls ohne größere Müdigkeitsprobleme in den nächsten Tag zu starten. Und warum nicht gleich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: einen Sonnenaufgang am Atlantik mussten wir natürlich noch sehen.

Unsere Schlaf(entzugs)rechnung ging leider nicht auf. Der Rückflug war etwas rumpelich und bei jedem Schlaf, der etwas hätte werden können, wurden wir durch Gewackel geweckt. Aber auch hier war der Service super und wir hatten Fensterplätze.

Fazit!

Zum Vergleichen habe ich ja noch nicht viel, aber alles in allem war es für mich der bisher beste Urlaub. Ich liebe Sonne und ich liebe Meeresrauschen – das war großartig. Das ist genau mein Wetter. Wir haben in den wenigen Tagen so viel gesehen und trotzdem unsere Auszeiten gehabt. Wir fühlten uns nie gestresst. Der Wecker wurde nur einmal gestellt. Das beste Erlebnis war für mich die Fahrt auf die Keys! Und die Alligatoren in den Everglades so nah zu sehen. Schon der Aluhelm-Award-Winner Henry sagte, wenn man einmal an einem Strand der Westküste war, dann will man die der Ostküste nicht mehr sehen. So ähnlich war es auch. Am Golf von Mexiko waren die Strände herrlich weiß und das Wasser türkis. Auf der Atlantikseite war der Strand nicht mehr weiß, dafür lag allerhand Meeresleben am Strand: Algen, Quallen, Muscheln, Korallen.
Geschockt waren wir vom Frühstücksangebot: es gab kaum etwas frisches, in einigen Hotels etwas Obst, aber kein Gemüse. Außerdem gab es auch keinen Käse und keine Wurst, dafür aber ganz viel mit Zucker. Das Schlimmere allerdings war der Plastikmüll, der anfiel – es gab kein Porzellan. Auf der einen Seite mögen sie Wasser und Personal sparen, aber die Müllproduktion ist unglaublich!

Ich weiß nicht, wie der Kurs zwischen Dollar und Euro sonst so steht, aber zu unserer Reisezeit war es jetzt fast 1:1. Vielleicht waren deswegen in unseren Augen die Lebenshaltungskosten relativ hoch. Das waren im Supermarkt schon saftige Preise. Ebenso die Preise für die ganzen Eintritte und Touri-Attraktionen (die wir nicht genutzt haben). Was wirklich günstig war, war das Tanken: eine Gallone für ca. 2,40$.

In Amerika gibt es offenbar kein Rechtsfahrgebot, das ist auf 3- und 4-spurigen Straßen auf Dauer ziemlich anstrengend. Aber ich als Freundin der Geschwindigkeitsbegrenzung freue mich über die Begrenzungen dort, die liegen bei 120km/h  und das macht bei einem System, das kein System ist und jeder fährt, wo er will, durchaus Sinn.

Schwierig für mich (und ich denke für Tobi auch) ist dieser Small-Talk, von dem man leider nie weiß, was man davon halten soll. Auf ein „Wie geht’s?“ an der Supermarktkasse wird man wohl immer mit „Fine. Thank you.“ Antworten, aber irgendwie liegt mir das nicht. Ich hasse small-talk. Ich wurde mehrmals auf meine Haare und Tattoos angesprochen, aber was nutzt es mir, wenn Komplimente gar keine sind und es einfach nur nettes Geschwafel ist um mir anschließend etwas zu verkaufen?! Ich bin großer Fan von Höflichkeiten wie „Guten Tag“, „Bitte“ und „Danke“, aber ich frage niemanden, wie es geht, wenn es mich nicht interessiert. Aber so sind sie eben, während die Deutschen oft als unfreundlich betitelt werden.

12
1

1 Comment

  1. Alex 29. Januar 2017 Reply

    Schöner Urlaubsbericht. Da bekommt man gleich Lust, sich auch ne Reise zu buchen und sich Land und Leute anzuschauen bzw. am Strand zu chillen. 🙂

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.